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Wir sind 5 Musiker aus Neuschönau im Nationalpark Bayerischer Wald. Besetzung ist Flügelhorn, Tenorhorn, Bariton, Tuba und Akkordeon.

Wenn am Mittwoch die große Probe des Musikvereins von Neuschönau vorbei ist, dann bleibt ein Grüppchen an Musikanten gerne noch etwas sitzen. Dann wird der "Duwaggl" ausgepackt; nicht zum Schnupfen, sondern der zum Hören. Die Neuschönauer Dorfmusikanten üben und freuen sich selbst daran. Und wenn irgendwo ein Musikantenstammtisch oder "Hoargartn" Verstärkung braucht, dann sind sie auch gerne mit dabei: Aus Spaß an der Freude.

Ein Geburtstagsständchen war der Anfang. Vor gut fünf Jahren spielten Rudolf Kern (Akkordeon), Martin Schopf (Tenorhorn), Simon Schreiner (Flügelhorn), Jürgen Segl (Bariton) und Armin Eiler (Tuba) erstmals miteinander, weil man eine kleinere Besetzung als das ganze Orchester bei solchen Anlässen eben auch mal gut brauchen kann. Das hörte sich gut an, das kam gut an, das fühlte sich für die Fünf auch gut an. Also wurden die Neuschönauer Dorfmusikanten draus, die so die Zeit auch überbrücken, wenn es nach der Festsaison mit der großen Blechmusik etwas ruhiger zugeht.

Heute sind die Dorfmusikanten mit Zwiefachen, Boarischen, Walzern und Polka schon fast gefragt, auch wenn sie keine Profi-Musiker sind. Jeder hat seinen Beruf und die Leidenschaft für das gemeinsame Musizieren halt noch dazu, und so oft es geht. Volksmusik ist ihr Repertoire; möglichst die echte, tradierte, auch wenn sie da nicht verbissen sind. Privat hören sie auch modernere Sachen. Aber froh sind sie schon, dass man mittlerweile nicht mehr belächelt wird, wenn man für Volksmusik schwärmt, wie vor vielleicht zehn oder fünfzehn Jahren noch. Heute gehört die Lederhose wieder zum Volksfest, am Gäubodenfest gibt es auch Volksmusikabende, Musikantenstammtische leben auf und Leute wollen wieder Polka tanzen. Nicht nur die Älteren. Auch die Jungen kommen wieder nach, was wohl auch an moderneren Volksmusikinterpretationen liegen mag, wie von La Brass Banda und Kollegen. Es liegt aber noch mehr daran, so die Dorfmusikanten, dass es eine bodenständige Musik ist, eine, die man immer hören kann, die nicht nervt nach ein paar Liedern. Die Stammtische bringen Menschen zusammen, die sich oft nicht kennen und doch gleich verstehen. Und man ist oft selbst noch überrascht, wie gut so eine relativ kleine Besetzung klingt und einen Raum füllt, ohne Strom und ohne Verstärker. Dazu eine Brotzeit und ein Bier: Was könnte es Schöneres geben?

Es geht ums Miteinander, sagen die Fünf, bei denen die Chemie in Noten und persönlich passt. Da soll nicht ein Publikum beschallt und "bespaßt" werden, da wollen die Leute auch noch "zua lusn", wenn die alten Lieder sich auch noch ganz kreativ mit Themen wie dem berühmten Rehragout oder einem "Eisenkeilnest" (Eisvogel) beschäftigen. Da gibt es nicht für jedes Lied die passenden Noten zur Besetzung. Aber irgendwie wird es dann passend gemacht, bis es zu den Dorfmusikanten passt. Da ist der Klang etwas milder, als etwa im "Oberkrainer-Stil". Etwas mehr B-Tonarten und etwas weniger Kreuz. Dazu auch als kleine Spezialität auch mal Gesang.

Beworben haben sich die Neuschönauer Dorfmusikanten zum Internationalen Volksmusiktag bei Menschen in Europa übrigens mehr aus einer guten Laune heraus. Da stand was von zwei "Tragerl" Bier als Motivation drin. Dass sie auch gleich eingeladen würden, damit hatten sie gar nicht gerechnet; als "einfache Dorfmusikanten". Aber die Freude war dann umso größer. Viel Zuspruch gab es dann auch gleich, als die Teilnahme im Gemeindeblatt vermeldet wurde. Und auf viel "Schulterklopfen" per online-Voting auf www.pnp.de hoffen die fünf Dorfmusikanten natürlich jetzt auch.